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#Die Osteochondrosis dissecans ist eine aseptische Nekrose, die den Knochen unter einer Knorpelgelenkfläche betrifft.

Die Osteochondrosis dissecans ist eine umschriebene Erkrankung des Knochens unterhalb des Gelenkknorpels. Dadurch dass die Unterlage dem Gelenkknorpel fehlt, kann dieser zugrunde gehen und abgestoßen werden, so dass es zur Bildung freier Gelenkkörper- sogenannten Gelenkmäusen kommen kann. Hierfür gibt es unterschiedliche Ursachen , z.B. infolge eines Unfalls oder Durchblutungsstörungen auf Grund eines Knocheninfarkts . Die Osteochondrosis dissecans lässt sich in unterschiedliche Grade einteilen, davon hängt die weitere Behandlung ab. Hier muss man auf alle Fälle dran bleiben vor allem beim jungen Menschen, weil es auf Dauer zu einer ausgedehnten Schädigung des Gelenkes führt. Dass heißt, dass die Defekte bei ausbleibender Behandlung zu  Spätschäden führen.

#GutZuWissen

Osteon: Knochen | Chondros: Knorpel | dissecare: zerschneiden

#In 75 % aller Fälle von OD ist das Kniegelenk betroffen

  • Die Osteochondrosis dissecans (OD) am Sprunggelenk ist eine recht seltene Erkrankung.
  • Nur 5 % aller Fälle betreffen das Sprunggelenk.
  • Je jünger der Patient ist, desto eher gelingt es, das nekrotische (nicht mehr durchblutete) Knochenstück im Talus (Sprungbein) wieder in den Wachstumsprozess einzubeziehen.
  • Wenn dieser Bereich wieder durchblutet wird und anwächst, kann das OSG (oberes Sprunggelenk) ohne Operation therapiert werden.
  • Auf die Aktivierung dieser Möglichkeit zur Selbstheilung zielen auch die wichtigsten konservativen Therapien bei Osteochondrosis dissecans ab.

#Symptome der OD

  • Ruheschmerzen tief im Sprunggelenk
  • Belastungsschmerzen nach dem Sport
  • Beschwerden beim Gehen, „Entlastungshinken“

Im Spätstadium können die Symptome ein Knacken oder schmerzhafte Blockierung des Sprunggelenks durch freie Gelenkkörper sein.

Sie merken schon, dass die Beschwerden einer osteochondralen Läsion (Verletzung des Knochen-Knorpelgewebes) oder Osteochondrosis dissecans am oberen Sprunggelenk (OSG) oft diagnostisch nicht eindeutig sind.

Die Symptome ähneln häufig einer Verstauchung oder Distorsion (Verdrehung) des Sprunggelenkes: Steifheit, Schwellung und Sprunggelenkschmerzen.

#Wichtig

Die Behandlungsmöglichkeiten sind umso größer, je früher die Erkrankung entdeckt wird! Daher unser Rat an Sie: Sollten diese unspezifischen Frühsymptome auftreten, wenden Sie sich an den Orthopäden Ihres Vertrauens.

#Wer ist von der Osteochondrosis dissecans betroffen?

Meist tritt die OD des Sprunggelenks bei Kindern und Jugendlichen auf (11-13 Jahren).

Im Jugendalter erkranken Jungen zweifach häufiger als Mädchen an Osteochondrosis dissecans. Starke sportliche Belastung scheint das Risiko zu erhöhen. Im Kniegelenk von Erwachsenen tritt OD vor allem im Alter von 17–35 Jahren auf. Im Sprunggelenk tritt Osteochondrosis dissecans meist im Alter von 15–35 Jahren auf.

#Ursachen für die Erkrankung

Die Ursache ist leider noch nicht sicher geklärt. Die OD tritt eigentlich immer an der Oberseite des Talus, also des Sprungbein, in der gewichttragenden Hauptbelastungszone des Sprunggelenkes auf. Das bedeutet, dass die OD immer in Verbindung mit mechanischer Belastung steht. Man vermutet Unfallschäden oder Fehlstellungen als Grund für die Entwicklung. Doch hierfür gibt es keine Garantie.

#Diagnostische Arthroskopie 

Die Arthroskopie, also die Gelenkspiegelung am Sprunggelenk, ist stets Teil der Therapie des Sprunggelenkes. Sie ermöglicht dem behandelnden Arzt einen direkten Einblick in die erkrankten Strukturen (Knochen, Knorpel, Bänder) mit kleinsten optischen Geräten!

Der Arzt kann die Festigkeit und Funktion von Knorpel und Gelenkflächen mit dem Tasthaken genau untersuchen. Knorpelschäden können häufig durch Farbveränderungen und Änderungen der Oberflächenbeschaffenheit beurteilt werden. Schließlich ist es immer unser oberstes Gebot, die Ursache festzustellen und nicht rein die Symptome zu behandeln!

#Konservative Therapie der (OD) im Sprunggelenk

Wichtig für Sie als Patient zu wissen ist, dass die Therapie sich stets nach dem Erkrankungsstadium und dem Patientenalter ausrichtet! Im Anfangsstadium sind konservative Maßnahmen sinnvoll!

Gerade nach dem Auftreten von Verletzungen ist eine Ruhigstellung mit Belastungsreduktion des Sprunggelenkes für bis zu 6 Wochen zu empfehlen. Der OD-Patient muss in der Zeit der Ruhigstellung Gehhilfen verwenden. Diese Behandlungsmethode führt häufig zu einer schnellen Ausheilung des Herdes.

Bei Schwellungen, entzündlichen Veränderungen des Gelenkes und Schmerzen wird die Erkrankung mittels eines entzündungshemmenden Medikamentes behandelt. Der Arzt beobachtet bei der regelmäßigen Wiedervorstellung während der Entlastung vor allem die Entwicklung der Symptome. Er kann das Einheilen des Fragmentes durch Röntgen und MRT überprüfen, um den klinischen Befund abzusichern.

Erst wenn die Ruhigstellung nicht geholfen hat und die Beschwerden andauern, sind operative Maßnahmen sinnvoll.

Wenn die Osteochondrosis dissecans leider erst in fortgeschrittenen Stadien entdeckt wurde, ist die konservative Behandlung in der Regel selten erfolgreich.

Der Erfolg der konservativen Behandlung hängt auch vom Alter des Patienten ab.

Die allgemeine Regel für die Therapiechancen einer OP am Sprunggelenk ist: Je jünger der Betroffene, desto besser ist die Prognose und umso eher heilt die OD durch Knochenneubildung aus.

Bei erwachsenen Patienten ist eine operative Refixierung oder eine Knochentransplantation meist unvermeidlich. Bei Kindern mit Osteochondrosis dissecans hilft oft eine 6–12-wöchige Ruhigstellung des Sprunggelenks. Studien zeigen eine 80–90%ige Wiederherstellungsrate des Sprunggelenks von Kindern und Jugendlichen durch Ruhigstellung. Im Vergleich dazu lässt sich ein Knochenschaden durch OD bei Erwachsenen durch konservative Therapie viel seltener wiederherstellen. Dennoch lohnt es sich zuerst den Weg der konservativen Ausheilung zu versuchen, da die Aussicht auf Heilung dennoch besteht. Sollte dies nicht helfen ist meistens eine Operation notwendig.

#Operative Therapie der OD

Grundsätzlich ist eine OP ist erforderlich, wenn:

  • eine konservative Behandlung auch nach 6 Monaten keine Besserung der Symptome bringt.
  • OD-Fragmente bereits abgelöst sind, aber nicht im Mausbett (Defektstelle) verbleiben. Hierbei handelt es sich um  Stadium III der Erkrankung.
  • eine Gelenkmaus (OD-Knochenfragment) sich als freier Gelenkkörper abgelöst hat.

Beim Erwachsenen bedarf die Erkrankung, zumindest ab Stadium III, fast immer einer operativen Therapie. Denn hier ist die Wahrscheinlichkeit sehr groß, dass das Knochenfragment nicht mehr von selbst einheilen wird, was zu Problemen im Sprunggelenk führt.

Zu gelenkerhaltende operativen Behandlung eignet sich besonders eine minimalinvasive Gelenkspiegelung (Arthroskopie) des Sprunggelenkes. Wichtige Umstände zur Beurteilung der geeigneten Operationsmethode sind:

  • Stadium der Osteochondrosis dissecans
  • Größe des OD-Herdes
  • Intaktheit oder Beschädigung des Gelenkknorpels
  • Alter des Patienten
  • Symptome und Schmerzen des Patienten

Die individuell geeignete Behandlung der OD legt der Arzt gemeinsam mit dem Patienten nach Auswertung aller Umstände in einer ausführlichen Untersuchung fest. Wichtige Begleitumstände werden hier berücksichtigt.

#Wie ist die Prognose bei Osteochondrosis dissecans?

Zusammenfassend, können wir folgende Feststellungen bei der Form der Erkrankung machen:

  • Bei jüngeren Kindern kann die Erkrankung durch natürliches Knochenwachstum vollständig von selbst ausheilen.
  • Diese Fähigkeit zur Selbstheilung der Osteochondrosis dissecans nimmt mit zunehmendem Alter ab.
  • Je jünger der Betroffene, desto besser ist die Prognose oder der Verlauf der Osteochondrosis dissecans (OD bzw. OCD).
  • Das Grundproblem der Erkrankung ist das erhöhte Risiko, an einer Sprunggelenksarthrose zu erkranken, da ein Schaden am Knochen und am Knorpel resultieren kann.
  • Patienten im Jugendalter werden auch nach erfolgreicher konservativer Behandlung regelmäßig radiologisch untersucht. Erst wenn das Skelett ausgewachsen ist und die OD immer noch asymptomatisch ist – also keine Schmerzen mehr verursacht – gelten sie als geheilt. Eine weitere Behandlung ist dann nicht mehr erforderlich.
  • Auch nach der operativen Behandlung kann der Bewegungsspielraum des Sprunggelenks nach OD vermindert sein.

Haben Sie noch weitere Fragen? Dann vereinbaren Sie direkt einen Termin bei uns!

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