„ Wunden – Jeder hat sie, keiner braucht sie!“

— Fr. Wieghold (Wundmanagerin)

Wunden

Eine Wunde (griechisch: trauma) ist eine durch Zellschädigung bzw. Zerstörung von Körpergewebe bedingter Zustand.

Man unterscheidet zwischen

  • akuten Wunden
  • chronischen Wunden
  • mechanischen Wunden
  • chemischen Wunden
  • Ulcus-Wunden und
  • thermische Wunden

Im folgenden, gehen wir auf die einzelnen Wunden genauer ein, um Ihnen das Thema näher zu bringen.

Akute Wunden:

eine akute Wunde entsteht durch äußerliche Einwirkung auf den Körper bzw. des Körperteiles

z.B.:

  • Schnittwunden
  • Stichwunden
  • Bisswunden
  • Risswunden

Diese Wunden heilen ohne Probleme ab.

Chronische Wunden:

Als chronische Wunden werden Wunden genannt, die nach 4-12 Wochen keine Heilungstendenzen zeigen.

Mögliche Ursache:

  • Grunderkrankung und Begleitfaktoren wie eine chronische Insuffizienz
  • Polyneuropathie
  • Druck oder eine
  • arterielle Durchblutungsstörung.

Kompetenz von:

  • Wundmanagerin Fr. Wieghold

    Fr. Wieghold (Wundmanagerin)

    10 Jahre Berufserfahrung
  • Wundmanagerin Fr. Schaudt

    Fr. Schaudt (Wundmanagerin)

    xxJahre Berufserfahrung
  • Dr. med. univ. Hans-Joachim Eberhard, Facharzt für allgm. Unfallchirurgie, spezielle Unfallchirurgie und Orthopädie.

    Dr. med. univ. Hans Joachim Eberhard

    30 Jahre Berufserfahrung
  • Dr. med. Manuel Olivieri, Facharzt für allgm. Unfallchirurgie, spezielle Unfallchirurgie und Orthopädie

    Dr. med. Manuel Olivieri

    30 Jahre Berufserfahrung
  • Dr. med. Rolf Beier, Facharzt Chirurgie

    Dr. med. Rolf Beier

    25 Jahre Berufserfahrung
  • Dr. med. Szabolcs Kiraly, Facharzt Orthopädie/Unfallchirurgie, Zusatzbezeichnung Handchirurgie

    Dr. med. Szabolca Kiraly

    20 Jahre Berufserfahrung
    Mehr erfahren →

Mechanische Wunde:

Eine mechanische Wunde tritt als Folge einer äußerlichen Gewalteinwirkung auf.

Beispiele für so eine Wunde:

  • Ablederungswunden
  • Amputationswunden
  • Bisswunden
  • Risswunden
  • Schnittwunden
  • Stichwunden
  • Schusswunden oder
  • Schürfwunden

Achtung: Eine beabsichtigte Verletzung durch einen ärztlichen Eingriff zu therapeutischen oder diagnostischen Zwecken kann auch eine mechanische Wunde darstellen.

Chemische Wunde:

Diese Wunden entstehen durch Säuren, Laugen oder Gase.

Ulkus-Wunde (Ulkus, lateinisch: Geschwür):

Diese Wunden werden meist nicht von äußerlicher Gewalteinwirkung hervorgerufen, sondern gehen aus einen tief liegenden Gewebsdefekt hervor.

Ursache:

  • Durchblutungsstörung
  • Stoffwechselstörung
  • Tumore oder
  • Hautinfekte

Thermische Wunde:

Diese Wunden entstehen durch eine Temperatureinwirkung auf die Haut. Hier sind Temperatur, Dauer und Intensität ausschlaggebend.

Zum Beispiel:

  • Hitze
  • Strom
  • Strahlung

Thermische Wunden sind in der Regel Alltagswunden, zum Beispiel das Verbrühen mit heißem Wasser oder Fett, Bügeleisen, Herd oder Ofen.

Ebenso können thermische Wunden durch Sonnenbrand, Erfrierungen oder radioaktive Strahlen hervorgerufen werden.

Weitere Wunden Arten:

Die folgenden Wundenarten benötigen eine ausführlichere Erläuterung.

Ein Ulcus cruris venosum basiert immer auf einer chronisch venösen Insuffizienz.

Chronisch venöse Insuffizienz:

Krampfadern sind überdehnte oberflächliche Venen, in denen die Venenklappen nicht mehr funktioniert.

Durch die defekten Venenklappen kann das Blut im Sitzen oder Stehen nicht ausreichend zum Herz gepumpt werden, und versackt somit in den Gefäßen.

Ursache:

  • Schwangerschaft
  • Pille
  • Bewegungsmangel
  • Einengende Kleidung
  • Berufliche Belastung durch längeres Stehen oder Sitzen
  • Familiäre Vorbelastung
  • Angeborener Fehler der Venenklappen
  • Übergewicht
  • Ballaststoffarme Ernährung

Diagnostik:

Dem Arzt stehen verschiedenen Möglichkeiten zur Begutachtung zur Verfügung:

  • Inspektion: Wundlokalisation, Beschaffenheit, Entzündungszeichen, Ekzeme, Narben Kratzspuren und Varizen
  • Palpation: Arterienpuls, Ödeme, Hauttemperatur
  • Wundabstrich: Dieser gibt Hinweis auf eine Infektion durch Keime
  • Gangbild: kann der Patient den Fuß abrollen?
  • Neurologische Untersuchung: Sensibilitätsstörungen
  • Schmerz: Wann und in welcher Situation hat der Patient Schmerzen: Beim Gehen oder Liegen?
  • Gefäß-chirurgische Abklärung: mittels eines Gefäßstatus.

Therapie:

Um ein Ulcus cruris venosum zur Abheilung zu bringen muss man zuerst die Ursache ausschalten, also die Beseitigung der venösen Durchblutungsstörung.

Zum Beispiel:

  • durch das Veröden von Krampfadern
  • operative Therapien ( Venenklappenrekonstruktion, Varizenstripping)
  • konservative Therapie durch Anlage eines Kompressionsverbandes oder eines Kompressionsstrumpfes. Mobilisierung, Bewegung, Sport ausgewogene Ernährung, Reduktion von Übergewicht.

Wundversorgung:

  • Zu Beginn erfolgt eine Wundreinigung
  • Bei feuchter bzw. aufgeweichter Wundumgebung kommt ein Wundrandschutz zum Einsatz, welcher farblos ist
  • Die Wundauflage orientiert sich an den Wundphasen, der Schmerzsituation, dem Heilungsverlauf, der Exsudat- oder Geruchsentwicklung sowie evtl. allergische Reaktionen.

Hautpflege:

Viele Patienten mit chronischen Wunden leiden unter Trockenheit der Haut, Schuppenbildung, Juckreiz und Rötungen.

Hilfestellung:

  • Regelmäßige Hautpflege, mindestens einmal am Tag, am besten vor dem Schlafen gehen
  • Verwendung von Salben mit erhöhtem Urea oder Glyzerinfaktor.
Ursache für diese Wunde ist die periphere arterielle Verschlusskrankheit ( pAVK). Die pAVK ist ein medizinischer Begriff für die Verengung oder Verschlüsse der Arterien, die somit zur Einschränkung der Durchblutung des Beines führt.

Entstehung durch:

  • Gefäßwandveränderung
  • Herzrhythmusstörungen
  • Entzündungen
  • Gerinnungsstörung
  • Veranlagung
  • Risikofaktoren: Nikotin, Alkohol, Diabetes mellitus Cholesterin, Übergewicht, Stress und Bewegungsmangel.

Anamnese und Diagnostik

Was ist wichtig für den Arzt?

  • Familienanamnese: familiäre Belastung zum Beispiel Herzinfarkt, Schlaganfall, Bluthochdruck, Diabetes mellitus
  • Eigenanamnese: Vorerkrankungen wie zum Beispiel Herzinfarkt, Schlaganfall, Diabetes mellitus, Bluthochdruck, Gefäßerkrankungen oder Gerinnungsstörungen
  • Frühere Operationen
  • Gewicht und Größe
  • Medikamenteneinnahme
  • Lebensgewohnheiten wie zum Beispiel Rauchen, Alkoholkonsum, Sport, körperliche Belastung, Beruf und Ernährung
  • Schmerzen
  • Gefühlsstörungen

Beurteilung:

  • Inspektion der Wunde, Hautverfärbungen
  • Testen der Arterienpulse und der Hauttemperatur
  • Blutwerte
  • Wundabstrich zur Ermittlung der Keime
  • Gefäßchirurgische Kontrolle

Therapie:

  • Wundreinigung und Abtragung des toten Gewebes
  • angepasste Hautpflege
  • Wundauflage

Sehr wichtig:

Keine Kompressionstherapie

Unterstützende Maßnahmen:

  • Änderung der Lebensgewohnheiten
  • Schulung zur Druckstellenvermeidung
  • Physiotherapie
  • Füße warm halten
  • keine einengende Kleidung
  • Beine in der Nacht tief lagern
  • Frühzeitiger Arztbesuch
  • Regelmäßige Nachkontrolle

Diabetes mellitus ist eine chronische Stoffwechselerkrankung mit erhöhtem Glukosespiegel im Blut.

Man unterscheidet zwischen

  • Typ I ( insulinpflichtiger Diabetes)
  • Typ II ( nicht primar insulinpflichtiger Diabetes)

Symptome:

  • erhöhter Blutzuckerspiegel
  • Zuckerausscheidung im Urin
  • enormes Durstgefühl
  • Leistungsabfall
  • Abwehrschwäche

Entstehung:

Das diabetische Fußsyndrom entsteht in den meisten Fällen durch eine Polyneuropathie. Hierbei handelt es sich um eine Schädigung der Nervenfasern.

Prävention:

  • Selbstuntersuchung: tägliche Inspektion von Füßen, Zehen und Schuhen.
  • Ernährungsschulungen
  • selbstständiger Zuckermessung
  • Verletzungsfreie Fußpflege evtl. durch einen Podologen
  • Hautpflege : Eincremen des Fußes; dabei bitte die Zehenzwischenräume aussparen
  • Fußbekleidung: Nahtlose Strümpfe ohne Bündchen aus Mikrofaser, Wolle oder Baumwolle Die Strümpfe sollten jeden Tag gewechselt werden und faltenfrei angezogen werden.

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