„Wussten Sie eigentlich, dass sich die Handchirurgie aus der Orthopädie und der Chirurgie entwickelt hat? Daher darf dieses Behandlungsgebiet in einer orthopädischen und chirurgischen Praxis auf keinen Fall fehlen.“

— Dr. med. Manuel Olivieri

Handchirurgie

Auch die Handchirurgie hat sich, wie übrigens viele chirurgische Behandlungen, durch Kriegsverletzungen entwickelt. 

Da Handschmerzen und die Erkrankungen der Hand sehr verschieden sind, erfordern sie stets einer besonderen Beachtung und speziellen Ausbildung des Arztes.

#GutZuWissen

Die erste Fingerretransplantation fand in Deutschland statt.

#Was ist eigentlich so besonders an unserer Hand?

Wussten Sie, dass keine Hand der anderen gleicht? Nicht mal die linke der rechten! Wie wichtig die Hand für uns ist, sehen wir bereits bei Kindern: Das Kleinkind lernt zu allererst mit den Händen: Es greift nach Dingen und erfasst dadurch seine Umgebung. Mittels unseren Händen, spüren wir unsere direkte Umwelt. Wir berühren, befühlen und fassen an. Dies zeigt uns, was für ein enger Zusammenhang zwischen Gehirn und der Hand besteht.

Doch für was sind Handchirurgen eigentlich alles zuständig?

Bei den Handchirurgen handelt es sich um Fachärzte, welche für alle Erkrankungen und Verletzungen an der Hand zuständig sind. Die Handchirurgie befasst sich, um ganz genau zu sein, mit der Diagnoseerstellung und Behandlung von akuten oder chronischen Schäden /Verletzungen an den oberen Extremitäten, also des Oberarms, Unterarms, der Hand, Finger und Daumen.

#GutZuWissen

Einer der prägendsten Persönlichkeiten der Handchirurgie war der weltweit renommierte deutsche Chirurg Dieter Buck-Gramcko (1927 bis 2012). 

Allgemeine Kompetenz von:

  • Dr. med. univ. Hans-Joachim Eberhard, Facharzt für allgm. Unfallchirurgie, spezielle Unfallchirurgie und Orthopädie.

    Dr. med. univ. Hans Joachim Eberhard

    30 Jahre Berufserfahrung
  • Dr. med. Manuel Olivieri, Facharzt für allgm. Unfallchirurgie, spezielle Unfallchirurgie und Orthopädie

    Dr. med. Manuel Olivieri

    30 Jahre Berufserfahrung
  • Dr. med. Szabolcs Kiraly, Facharzt Orthopädie/Unfallchirurgie, Zusatzbezeichnung Handchirurgie

    Dr. med. Szabolca Kiraly

    20 Jahre Berufserfahrung
    Mehr erfahren →

Wie wird man eigentlich Handchirurg?

Im Rahmen der ärztlichen Weiterbildungsverordnung ist die Handchirurgie eine Zusatzbezeichnung. Fachärzte der Orthopädie, der Chirurgen und der plastischen Chirurgie können diese erlangen. Die Weiterbildung hat eine Dauer von drei Jahren und erfordert einen umfangreichen Operationskatalog. Der Abschluss wird durch eine Prüfung der Ärztekammer erlangt.

Wichtig für Sie als Patient zu wissen ist, dass die handchirurgischen Eingriffe wegen der zahlreichen, auf engstem Gebiet liegenden anatomischen Strukturen wie Bänder, Nerven, Sehnen und Muskeln, zu den komplexesten Aufgabengebieten gehört. Die chirurgische-unfallchirurgische und orthopädische Gemeinschaftspraxis DREO berät Sie gerne bei diversen Problemen und findet für Sie die passenden Therapien.

Was sind die typischen Krankheitsbilder der Handchirurgie?

Beginnen wir bei der Anatomie der Hand

Die Hand besteht aus einem sehr komplexen Zusammenspiel von Einzelknochen, Gelenken, Sehnen, Bändern, Muskeln und natürlich Nerven. Allein der frei bewegliche Teil der Hand, also die Finger, bestehen aus insgesamt 14 Fingerknochen!

Bewegung der Hand

Genauso komplex wie der Aufbau der Hand ist, ist auch die Handmuskulatur sehr komplex und das OBWOHL sie nur einen Teil der Handbewegung ermöglicht. Die weiteren 33 Muskeln, welche an der Handbewegung größtenteils beteiligt sind, liegen im Unterarm. 

Versorgung der Hand

Insgesamt versorgen drei Nerven die Hand: Nervus ulnaris, Nervus medianus und Nervus radialis. Über zwei Arterien, welche miteinander verbunden sind, erfolgt die Blutversorgung. Dann gibt es  noch die zahlreichen Sensoren, welche es uns ermöglichen  präzise mit unseren Händen alles wahrnehmen zu können. In unseren Handinnenflächen gibt es ca. 17.000 Fühlkörperchen die Druck-, Bewegungs- und Vibrationsreize aufnehmen! 

Durch dieses Grundverständnis ist es nun gut erkennbar, wieso Erkrankungen im Bereich der Sehnen und Nerven der Hand keine Seltenheit sind. Es liegt an der Komplexität der Hand als Instrument und Sinnesorgan und wie stark wir diese in unserem Alltag benötigen.

Dabei handelt es sich um ein Engpassyndrom oder auch Nervenkompressionssydrom des Nervus medianus (Nerv des Armes) im Bereich der Handwurzel. Kurz gesagt, der Mittelarmnerv wird eingeengt, wodurch Schmerzen im Bereich vom Daumen, Zeige- und Mittelfinger entstehen. Im fortgeschrittenen Zustand kann es zu Lähmungserscheinungen der Hand kommen, die Greifkraft lässt nach, die Hand schläft tagsüber oft ein und nachts tritt ein merkwürdiges pelziges Gefühl ein.

Ursache der Erkrankung
Der Nervus medianus wird unterhalb des Bindegewebes im Bereich der Handwurzel abgedrückt. Die Ursachen für diese mechanische Kompression sind vielfältig und können zu einer akuten (z.B. Trauma) oder chronisch fortschreitenden Quetschung führen (z.B. Ablagerungen bei Stoffwechselerkrankungen). Das Krankheitsbild ist weit verbreitet und kann Folge von folgenden Geschehnissen sein:

  • Überanstrengung der Hand
  • Trauma (z.B. Verletzungen)
  • Frakturen im Bereich des Handgelenks
  • Hämatom
  • Ödem
  • Sehnenscheidenentzündung
  • Arthritis
  • Diabetes
  • Akromegalie (Erkrankung, aufgrund einer Überproduktion des Wachstumshormons STH)
  • Schilddrüsenunterfunktion
  • Amyloidose
  • Entzündliche Erkrankung der Skelettmuskulatur
  • Tumoren
  • Gewichtszunahme (z.B. Schwangerschaft)

Symptome:
Betroffene Patienten klagen über Schmerzen im Versorgungsgebiet der Hand (in der Nähe des Nervus medianus). Meistens besteht hierbei ein Zusammenhang mit Belastung der Hand. Häufig ist die Hand, welche öfters benutzt wird, davon betroffen. Typisch sind auch zur Nacht eintretende Schmerzen im Bereich der Hand und des Unterarms.
Der Schmerz strahlt nach einiger Zeit in den Daumenballenmuskel aus und führt zu einer „Schwäche“ beim Zugreifen. Das Tastgefühl wird meistens ebenfalls herabgesetzt. Daraus folgt, dass das Karpaltunnelsyndrom zu einer Einschränkung im Alltag führt.
#Wichtig
Je länger das Karpaltunnelsyndrom unbehandelt bleibt, desto mehr wächst die Gefahr einer dauerhaften Nervenschädigung! Vor allem durch die Schonhaltung, die Patienten aufgrund der Schmerzen einnehmen, bildet sich die Muskulatur zurück.

Diagnostik
Hinweise auf ein Karpaltunnelsyndrom können durch einfache Funktionstest, wie der Hoffmann-Tinel-Zeichen, erkannt werden. Die schlussendliche Diagnostik erfolgt nach Untersuchung beim Facharzt.

Therapie
Das Syndrom kann sowohl konservativ als auch operativ erfolgen.

  1. Konservative Therapie
    Hier wird das Handgelenk mit einer Schiene oder einem Tape zeitweise ruhig gestellt. Eine lokale Injektion kann unterstützend eingesetzt werden.
    Sollte ein Zusammenhang mit einem Übergewicht bestehen wird eine Gewichtsreduktion empfohlen.
  2. Operative Therapie
    Sollte die konservative Therapie erfolglos sein, ist eine Operation notwenig. Diese wird in unserer Praxis offen chirurgisch mit minimalem Schnitt vorgenommen. Durch dieses besonders schonende Verfahren verkürzt sich die Zeit der Genesung deutlich und Sie können schon bald wieder Ihre Hand einsetzen. Aber natürlich alles im Rahmen.

Hierbei handelt es sich um eine fortschreitende Schrumpfung und Verdickung der Bindegewebsplatte der Hohlhand (Palmaraponeurose). Als erstes entwickeln sich Knötchen am oberen Rand der Hohlhand (bevorzugt am Ring- und Kleinfinger), die langsam größer werden.

Beim Fortschreiten der Krankheit kommt es zur Ausbildung von bindegewebigen Strängen die von der Hohlhand bis in die Finger ziehen. Dadurch wird die Streckung der Finger behindert. Das kann bis zu einer kompletten Behinderung der Finger auswirken, sodass diese überhaupt nicht mehr gestreckt werden können. Über der Veränderung ist die Haut spürbar verdickt und lässt sich kaum bewegen. Die Funktion und Leistungsfähigkeit der Hand wird stark beeinträchtig sein.

Diese Art der Erkrankung erfolgt in Schüben. Nach einer Zeit des schnellen Fortschreitens kann eine Phase des Stillstandes (ohne Veränderung) folgen. Der Krankheitsverlauf erstreckt sich in der Regel über mehrere Jahre. Eine Verletzung der Handinnenfläche kann bei entsprechender Veranlagung das Auftreten beschleunigen.

Schweregrade

Die Erkrankung kann in 5 verschiedene Stadien unterteilt werden

  • Stadium 0: keine Krankheitszeichen
  • Stadium 1: Summe der Gelenkkontrakturen zwischen 0° und 45°
  • Stadium 2: Summe der Gelenkkontrakturen zwischen 45° und 90°
  • Stadium 3: Summe der Gelenkkontrakturen zwischen 90° und 135°
  • Stadium 4: Summe der Gelenkkontrakturen zwischen über 135°

Therapie

Das Ausmaß des Eingriffs hängt stark vom Fortschreiten der Erkrankung ab: Teilweise reicht es aus, einzelne bindegewebige Stränge zu entfernen, in fortgeschritteneren Fällen ist es nötig, die gesamte Bindegewebsplatte der Handinnenfläche (Fasziektomie) herauszutrennen. Je nach dem kann es sein, dass während der Operation Verwachsungen im Bereich von Nerven, Gefäßen und Gelenkkapseln vorsichtig gelöst werden müssen.
Die Chirurgen wenden meist einen Z-förmigen Schnitt an (sogenannte Z-Plastik), damit die Narbe nicht später wieder zu einer Schrumpfung des Bindgewebes führt. Das bindegewebige Mittelband, welches über dem Handgelenk (Retinakulum flexorum) gespalten wird, soll die Hand von einer übermäßigen Anschwellung nach der Operation abhalten.

Am Ende der Operation wird ein dünner Plastikschlauch zur Ableitung des Wundsekrets eingelegt. Dieser kann nach 1-2 Tagen wieder entfernt werden. Zur kurzfristigen Ruhigstellung erhalten die Patienten meist eine Unterarm-Gipsschiene.

Die Wirksamkeit alternativen Therapiemethoden wie Ultraschall, Laser, hochdosierte Vitamingaben oder Kortisonspritzen ist bisher nicht wissenschaftlich erwiesen.

Wann sollte ich mich operieren lassen?

Da die Dupuytren-Kontraktur sehr häufig einige Zeit nach dem Eingriff erneut auftritt und leider keine Vorbeugung bekannt ist, sollte nicht sofort operiert werden.

Bei einzelnen Knötchen ohne Versteifung in Beugestellung wird man in der Regel zunächst noch abwarten und die Operation auf einen späteren Zeitpunkt verschieben. Doch Vorsicht! Der Eingriff sollte auch nicht zu spät erfolgen, denn wenn Haut, Nerven und Gelenkkapseln mitbetroffen sind, erschwert dies den Eingriff! 

Die Wirksamkeit alternativen Therapiemethoden wie Ultraschall, Laser, hochdosierte Vitamingaben oder Kortisonspritzen ist bisher nicht wissenschaftlich erwiesen.

Dieses Verfahren erfordert folgende Nachbehandlung:

Selbst bei ambulanten Eingriffen am Handgelenk bleiben Sie nach dem Eingriff noch für einige Zeit unter Beobachtung.

Wichtig!: Am Tag des Eingriffes auf gar keinen Fall Auto fahren und auch nicht alleine die öffentlichen Verkehrsmittel nutzen. Nach solch einem Eingriff ist die betroffene Hand für etwa eine Woche mittels einer Gipsschiene ruhig gestellt.

Anschließend wird die Gipsschiene durch einen festen gepolsterten Verband ersetzt, um Schwellungen vorzubeugen. Nach der Entfernung des Verbands und der Ziehung der Fäden, hängt alles von der individuellen Wundheilung ab.

Was können Sie tun?

Für ein gutes Operationsergebnis ist Ihre aktive Mitarbeit erforderlich:

In der Gipsschiene sollten Sie regelmäßig die Finger vorne bewegen. Wir geben Ihnen entsprechende Bewegungsübungen mit. Nach Entfernung von Gipsschiene und Verband kann über einen Zeitraum von etwa sechs Wochen die Hand wieder schrittweise belastet werden. Auch in dieser Zeit müssen regelmäßig Streck- und Dehnübungen der Finger durchgeführt werden.

Wenn alles nach Plan verläuft ist ihre Hand nach etwas 6 Wochen wieder voll einsatzfähig. Allerdings sollten Sie extrem Belastungen wie z.B. Tennis Spielen noch für weitere 4-6 Wochen vermeide.

Hinweise:

Die Narben im Handbereich sind meist länger empfindlich als in anderen Körperbereichen. Das liegt daran, dass die Gefühlsnerven hier besonders dicht sind. Dadurch besteht die Möglichkeit, dass  die Narben in den ersten Wochen als störend empfunden werden. Mehrmaliges tägliches Eincremen mit fetthaltigen Cremes wirkt lindernd. Die Narben sind in den ersten Monaten meistens noch gerötet und dick und sind meistens nach 1 bis 2 Jahren kaum noch sichtbar.

Dabei handelt es sich um ein Engpasssyndrom (Einengung der Struktur), welches durch eine Schädigung des Nervus ulnaris (sensibler Nerv des Armes) im Bereich des Ellenbogens entsteht. 

Ursache der Erkrankung 

Der Nervus ulnaris verläuft entlang der Innenseite des Armes zum Unterarm und zur Hand. An seinem Ursprung liegt er medial zur zentralen Arterie, die den Arm mit sauerstoffreichem Blut versorgt und begleitet die aus ihr hervorgehende Arteria brachialis bis etwa zur Mitte des Oberarms. Der Nervus ulnaris liegt direkt unter der Haut und steht in engem Kontakt zum Knochen. Hier besteht keine Polsterung durch das Bindegewebe, was dazu führt, dass bei bereits einem leichten Anstoßen an genau dieser Stelle zu Schmerzen führt. 

Das bedeutet, dass der Nerv für Druck- und Zugtraumen durch seine Lage und Nachbarstrukturen, anfällig ist. Chronische und habituelle  Fehlbelastungen können den Nerv ebenfalls schädigen.

Symptome:

In der betroffenen Hand kommt es bei längerem Bestehen der Schädigung zu einer  Schrumpfung (Hypotrophie) der betroffenen Muskulatur (Muskelschwund) mit eingeschränkter Beweglichkeit der Hand. Bei Überstreckung im Fingerendgelenke zeigen der Kleinfinger, Ringfinger- und der benachbarte Finger eine Beugestellung, die sogenannte „Krallenhand“

Generell führt das Ulnarisrinnensyndrom zu Sensibilitäststörungen und Schmerzen an der Hand. Wichtig für Sie als Patient ist, dass bei Nicht-Behandlung, die Hand im Alltag nur eigeschränkt bewegt werden kann.

Die ersten Symptome sind ein Kribbeln und ein Taubheitsgefühl im kleinen Finger sowie im Ringfinger. Dies kann allerdings auch an der Handaußenkante auftreten und bis zum Unterarm ziehen.

Diagnose

Die Diagnose kann durch einen Neurologen erfolgen. Klinische (Prüfung der Muskelkraft und Berührungsempfindung) und elektrophysiologische Untersuchungen (z.B. Messung der Nervenleitgeschwindigkeit) sind unerlässlich.

Therapie

Der erste Schritt der Behandlung ist eine Entlastung des Druckes mittels einer Schiene. Bei andauernden chronischen Schmerzen müssen Sie allerdings operiert werden. Ziel der Operation ist es, dem Nerv durch die Spaltung des einengenden Gewebes mehr Freiheit zu verschaffen. 

Eine andere möglich Therapie ist, den Nerv von seiner ursprünglichen Bewegungsbahn auf eine weniger belastende Bahn zu verlagern. Hier ist eine Ruhigstellung des Arms von 2 Wochen erforderlich.

Mit beiden Methoden kann der Verlauf des Syndroms zu 90% gestoppt werden. Welche Methode bei Ihnen möglich ist, kann erst nach genauer Untersuchung festgelegt werden. 

Prognose

Bei rechtzeitigem Behandlungsbeginn und konsequenter Entlastung des Nerven ist die Prognose gut. Bis zur vollständigen Regeneration des Nerven können jedoch mehr als 12 Monate vergehen.

Hierbei handelt es sich um eine Sehnenscheidenentzündung (Tendovaginitis) im Bereich des ersten Strecksehnenfachs am Handgelenk, die sich durch Schmerzen auf der Daumenseite des Handgelenks äußert. Der Schweizer Arzt Fritz de Quervain hat das Krankheitsbild erstmalig 1895 beschrieben, woher sich auch der Name ableiten lässt. Dieses Krankheitsbild tritt meistens bei über 40-Jährigen Patienten auf. Selbstverständlich kann dies auch bei jüngeren auftreten. Frauen sind vom Tendovaginitis de Quervain häufiger betroffen als Männer. Besonders in der Schwangerschaft und während der Stillzeit. Das beschriebene Krankheitsbild kann in Folge der Überbeanspruchung der Sehen in Daumennähe auftreten, wie bei einer einseitigen Tätigkeit.

 Ursache der Erkrankung 

Wie Sie sich sicherlich denken können, befinden sich viele Sehnen, Bänder und Sehnenscheiden im Handgelenk. Bei einer Überbeanspruchung, Verletzung oder einer lokalen Gewebeschwellung können sich diese entzünden. Die Entzündung liegt allerdings nur zu Beginn der Erkrankung vor. Anschließend vermehrt sich das Bindegewebe was zu der Verklebung der Sehnen und somit zu einer vermindertet Sehnengleitfähigkeit und zu Schmerzen führt.

Eine solche Art der Entzündung entsteht meisten durch Überbelastung aufgrund von Arbeit, Sport oder beim Spielen eines Instrumentes. Ein hormonelles Ungleichgewicht bedingt durch bspw. die Wechseljahre, Schwangerschaft und Stillzeit kann ebenfalls  Ursache sein. Diese Erkrankung kann auch durch  extrem häufiges Tippen von SMS-Nachrichten entstehen.

 Diagnose

Die Diagnose erfolgt durch körperliche Untersuchung. Hier wird im Allgemeinen kein Röntgenbild benötigt! Hauptbeschwerde ist die schmerzhafte Schwellung am Daumen, welcher in den Unterarm ausstrahlt. Der Schmerz erschwert das Greifen und vermindert die Beweglichkeit des Daumens.

Teilweise kann es auch zu Taubheitsgefühlen am Daumen kommen, da die Hautnerven durch Schwellung stark gereizt werden.

 Konservative Therapiemöglichkeiten

Das Gute: Die Erkrankung ist ungefährlich! Leider sind die Beschwerden sehr lästig und können je nach Beruf, die Arbeitsfähigkeit gefährden. 

Bevor wir zur operativen Behandlung kommen, versuchen wir in der Gemeinschaftspraxis DREO durch die Vermeidung von Überbelastung und kühlen mit Eis bzw. Cool-Packs, die Erkrankung zu heilen. Meistens ist es ratsam, das Gelenk durch eine Handgelenkbandage zusätzlich zu entlasten und ein entzündungshemmendes Medikament einzunehmen. Falls hierdurch keine Besserung erzielt werden kann, ist eine konsequente Ruhigstellung mithilfe einer Unterarmgipsschiene für 14 Tage zu empfehlen.

Eventuell verwenden wir hier auch Kortison als Injektion, allerdings nur in geringem Maß als Therapieversuch. 

 Operative Therapiemöglichkeiten

Wenn mit der konservativen Therapie keine Genesung erzielt werden kann, benötigen Sie leider eine Operation: durch einen ca. 3 cm langen, bogenförmigen Schnitt erfolgt eine operative Öffnung. Die Sehnenscheide des ersten Strechsehnenfaches wird erweitert, um das mechanische Hindernis zu beseitigen und die gereizte Sehne zu entlasten. Dadurch kann die Sehne dann wieder normal gleiten.

Der Eingriff erfolgt bei uns in der Praxis ambulant. Die Finger können nach der Operation sofort wieder bewegt werden. Die Fäden werden nach ca. zwei Wochen gezogen. Im Anschluss wird eine krankengymnastische Übungsbehandlung durchgeführt.

Das Kahnbein ist ein Knochen, welcher sich zwischen Speiche und Daumen in der Handwurzel befindet. Wegen seiner schrägen Lage und seiner besonderen Form wirken bei einem Sturz auf die Hand hohe Kräfte auf das Kahnbein. Bei einem Kahnbeinbruch ist wegen der prekären Durchblutung dieses Handwurzelknochens die Knochenheilung sehr langsam, manchmal bleibt sie aus. Im Vergleich zu Brüchen anderer Knochen besteht somit am Kahnbein je nach Lage und Verlauf des Bruchs ein erhöhtes Risiko, dass dieser – trotz korrekter Behandlung – nicht regelrecht verheilt. Besonders groß ist diese Gefahr, wenn der Kahnbeinbruch nicht erkannt und/oder unzureichend behandelt wird. Bleibt die Knochenheilung aus, spricht man von einer Falschgelenkbildung (= Pseudarthrose). Langfristig führt eine Kahnbeinpseudarthrose zu einer gestörten Handgelenkmechanik und nachfolgend zu einem frühzeitigen Gelenkverschleiß (Arthrose). Deshalb ist eine exakte Diagnostik und konsequente Therapie des Kahnbeinbruchs besonders wichtig.

Ursache der Erkrankung 

Statt Knochen findet sich in diesen Fällen zwischen den Bruchstücken narbiges Bindegewebe. Dadurch entsteht ein instabiler Zustand, die zur Verkantung von Gelenksflächen mit nachfolgender Zerstörung des Knorpels (Arthrose) führt. Um schwerwiegende Spätschäden zu vermeiden, sollte jede Pseudoarthrosenbildung am Kahnbein operativ versorgt werden.

Diagnose

Die Patienten haben meistens Schmerzen am Handgelenk in der Nähe des Daumens. Bei Fortschreiten der Erkrankung können Bewegungseinschränkungen und Kraftminderung dazu treten. 

Zur genauen Diagnose werden Standard – Röntgenaufnahmen mit zusätzlichen Spezialaufnahmen des Kahnbeins beim Orthopäden durchgeführt. Falls man den Verdacht hat, dass eines oder mehrere Bruchstücke schlecht durchblutet sind, kann zusätzlich eine Kernspintomographie (MRT) mit Kontrastmittel durchgeführt werden.

Konservative Behandlungsmethode

Eine tatsächliche Kahnbeinpseudarthrose kann durch keine konservative Therapie geheilt werden. Liegt der für den Bruch ursächliche Unfall weniger als 6 Monate zurück, kann die Behandlung mit niederfrequent gepulstem Ultraschall zur Ausheilung des Bruches führen. Die Kosten für diese Behandlung werden von den meisten Krankenkassen übernommen.

Operative Behandlungsmethode

Eine unbehandelte Kahnbeinpseudarthrose kann im Laufe der Jahre zu einem zunehmenden Verschleiß des Handgelenkes führen. Daher sollte dieses grundsätzlich, auch bei aktuell ggf. nur geringen Beschwerden, operiert werden! Und Sie wissen, dass wir als Arztpraxis stets versuchen OPs zu vermeiden, falls es möglich ist. Je früher nach dem Unfallereignis die operative Behandlung einsetzt, desto geringer sind die bereits eingetretenen arthrotischen Veränderungen (durch die Verletzung entstandenen Verschleißerscheinungen) und umso günstiger ist die weitere Prognose für den Patienten. Es wird bei der Operation das narbige Bindegewebe zwischen den Bruchstücken entfernt und dieser Knochendefekt durch einen Knochenblock zum Beispiel aus der Beckenschaufel aufgefüllt. 

Bei ausgeprägter Minderdurchblutungssituation des Kahnbeins wird ein Knochentransplantat aus dem Beckenkamm oder dem Oberschenkelknochen verwendet. Dieses wird mit einer Arterie und einer Vene gestielt entnommen und am Handgelenk mikrochirurgisch angeschlossen.

Ist der Verschleiß des Handgelenkes bereits weit fortgeschritten, ergibt die Rekonstruktion des Kahnbeins keinen Sinn mehr. In Frage kommen dann nur noch Rettungsoperationen mit Teil- oder Vollversteifung des Handgelenkes oder lediglich die symptomatische Denervierung. Es verbleibt in den meisten Fällen eine Einschränkung der Beweglichkeit.

Die Ruhigstellung erfolgt in einem Unterarmgipsverband mit Einschluß des Daumengrundgelenks zunächst für 6 Wochen. Danach entscheidet eine Röntgenkontrolle ob mit Bewegungsübungen für das Handgelenk begonnen werden kann. Ansonsten wird die Ruhigstellung um 2-4 Wochen verlängert. In der Regel findet sich nach 6-12 Wochen eine knöcherne Durchbauung im Röntgenbild. Zum sicheren Nachweis kann in Zweifelsfällen eine Computertomographie durchgeführt werden.

#DREOTipp

Bitte suchen Sie bei Verdacht auf Kahnbeinpseudarthrose sofort den Arzt Ihres Vertrauens auf.

Arthrose des Daumensattelgelenks

Wer unter Rhizarthrose leidet, ist in seinem Alltag stark eingeschränkt. Bereits das Öffnen eines Glases mit Schraubverschluss kann zur Herausforderung werden. Umso wichtiger ist es daher, die Erkrankung schnell und effektiv zu behandeln, damit das betroffene Daumengelenk wieder voll einsatzfähig wird. Einen Überblick über gängige Therapiemöglichkeiten und Operationsverfahren erhalten Sie hier.

#FunFact

„Rhiz“ kommt aus dem Griechischen und bedeutet „Wurzel“, „arthros“ bezieht sich auf das Gelenk.

Ursache der Erkrankung 

Das Daumensattelgelenk sitzt direkt an der Daumenbasis, in unmittelbarer Nähe des Handgelenks. Es verbindet das Vieleckbein – einen wichtigen Handwurzelknochen – mit dem ersten Mittelhandknochen. Der Mittelhandknochen ist wiederum über ein Gelenk mit dem Daumen verbunden.

Die Rhizarthrose zählt zu den häufigsten Verschleißerkrankungen im Handbereich. Sie geht mit starken Schmerzen einher, die vor allem bei Dreh- und Greifbewegungen auftreten – also beispielsweise beim Greifen eines Glasses. Im Extremfall sind die Betroffenen zu diesen Bewegungen gar nicht mehr fähig. Darüber hinaus berichten viele Patienten über folgende Symptome:

  • Druckschmerzen
  • Kraftverlust
  • Gefühl von Instabilität

In der Regel sind beide Daumengelenke von der Rhizarthrose betroffen. Oftmals treten die Verschleißerscheinungen auch zusätzlich an anderen Fingergelenken auf (Polyarthrose).

Frauen ab 50 haben ein besonders großes Risiko, eine Arthrose des Daumensattelgelenks zu entwickeln. Da die Erkrankung häufig nach den Wechseljahren auftritt, vermuten Mediziner, dass der Verschleiß durch hormonelle Faktoren begünstigt wird. Des Weiteren kann die Rhizarthrose infolge eines Knochenbruchs entstehen – nämlich dann, wenn eine schlecht abgeheilte Fraktur zu einer übermäßigen Abnutzung des Daumensattelgelenks führt. Auch mechanische Überbelastung erhöht das Risiko für die Entstehung einer Rhizarthrose.

Konservative Behandlungsmethode

Bei einer leichten bis mittelschweren Rhizarthrose findet zunächst eine konservative Therapie statt. Diese kann aus folgenden Maßnahmen bestehen:

  • Schmerzmittel (Salben oder Tabletten)
  • Tragen einer Orthese zur Entlastung und Stabilisierung des Gelenks
  • Bei Entzündungen: Einspritzung von Kortison direkt in das Gelenk
  • Elektrotherapie
  • Wärme- und Kältetherapie

Zeigen konservative Methoden nicht die erwünschte Wirkung, kommt ein operativer Eingriff infrage, um Schmerzen zu lindern und den Daumen wieder funktionsfähig zu machen.

Operative Behandlungsmethode

Auf dem Gebiet der Handchirurgie wurden in den letzten Jahren erhebliche Fortschritte gemacht, sodass Ärzte und Patienten aus mehreren bewährten OP-Verfahren wählen können.

Vor allem die sogenannte Trapezium-Resektion mit Suspensionsplastik – auch Sattelgelenkarthroplastik genannt – ist seit Jahrzehnten erprobt. Hier entfernt der Chirurg zunächst das Vieleckbein, um anschließend einen Sehnenstreifen einer benachbarten Sehne einzusetzen. Diese dient quasi als Aufhängung des Daumengelenks und sorgt für eine ausreichende Beweglichkeit. Wird auf die Aufhängung an einem Sehnenstreifen verzichtet, handelt es sich um eine reine Trapezium-Resektion. Der Eingriff ist weniger aufwendig – allerdings bleibt das Daumensattelgelenk instabil.

Durch eine Versteifung des Daumensattelgelenks (Arthrodese) werden Schmerzen gestoppt, der Daumen ist jedoch nicht mehr so beweglich. Dieses OP-Verfahren kommt daher nur in Einzelfällen zum Einsatz. Ähnliches gilt für die Arthroplastik mit Knorpeltransplantation, bei der das Vieleckbein durch körpereigenen Knorpel (aus den Rippen) ersetzt wird. Inzwischen ist der Einsatz einer Endoprothese – das heißt eines künstlichen Gelenks – üblicher. Diese Operation wird jedoch nur bei weit fortgeschrittener Rhizarthrose durchgeführt und sollte dem Spezialisten vorbehalten werden.

Die Hand-OP nimmt etwa 45 bis 60 Minuten in Anspruch. Sie erfolgt wahlweise in Vollnarkose oder unter örtlicher Betäubung. Welche Variante gewählt wird, hängt von verschiedenen Faktoren ab, beispielsweise vom gesundheitlichen Zustand des Patienten, aber auch von seinen persönlichen Wünschen. Da für den Eingriff ein drei bis vier Zentimeter langer Schnitt erforderlich ist und klassische Operationswerkzeuge zum Einsatz kommen, ist der Eingriff weder minimalinvasiv noch arthroskopisch.

Unabhängig davon, welche OP-Methode gewählt wird, nimmt die Heilung sehr viel Zeit in Anspruch. Dafür ist die Prognose ausgesprochen gut. Unmittelbar nach dem Eingriff wird das Gelenk mithilfe einer Schiene für vier bis fünf Wochen ruhig gestellt. Lediglich die Finger werden vom ersten Tag an bewegt, um die Durchblutung zu fördern.

ACHTUNG: Die Hand ist ein sehr komplexes Gebilde, sodass es vier bis sechs Monate dauern kann, bis eine stärkere Belastung möglich wird. Innerhalb dieses Zeitraums sollte auf Drehbewegungen, das Tragen schwerer Gegenstände, das dauerhafte Bedienen einer Tastatur sowie auf unwillkürliches Abstützen verzichtet werden. Betroffene sind dementsprechend lange arbeitsunfähig – wie lange, hängt jedoch auch davon ab, wie intensiv der Patient seine Hände bei der Arbeit belasten muss.

#DREOTipp

Falls Sie unter der Rhizarthrose leiden, sollten Sie auf gar keinen Fall zögern und möglichst zeitnah einen Arzt aufsuchen! Im Anfangsstadium lassen sich die Symptome mit konservativen Therapiemaßnahmen behandeln. Ist die Daumengelenkarthrose bereits weit fortgeschritten, kommen mehrere OP-Verfahren in Betracht, mit deren Hilfe Betroffene geheilt werden können.

Bei jedem zehnten Skiunfall reißt das Innenband des Daumens ganz oder teilweise. Daher der Name für die Rupturen des Ligamentum ulnare vom Daumengrundgelenk: Skidaumen. Doch auch bei vielen anderen Sportarten oder sogar bei Haushalts- und Arbeitsunfällen kann es zur Überdehnung oder zum Riss dieses Bandes kommen. Wenn nach einem gewaltsamen Abspreizen des Daumens Schmerzen und Schwellungen auftreten, ist der Weg zum Arzt unverzichtbar.

Das Daumengrundgelenk, die Verbindung zwischen dem ersten Mittelhandknochen und dem Grundglied des Daumens, ist durch eine Gelenkkapsel und starke, zugfeste Bänder gesichert. Die Bänder dienen dazu, die Beweglichkeit des Gelenks einzuschränken und den Kontakt zwischen den Gelenkflächen zu sichern. Sie sind nicht elastisch – deshalb können sie bei einer übermäßigen Krafteinwirkung überdehnt werden oder reißen. Ohne Bänder verliert das Gelenk seine sichere Führung und wird instabil.

Der Skidaumen entsteht normalerweise auf folgende Art: Die Hand bleibt beim Sturz in der Schlaufe des Skistocks hängen und wird gewaltsam vom Zeigefinger weggespreizt. Auch Ballsportarten wie Handball oder Basketball bergen typische Verletzungsrisiken, etwa beim Fangen eines sehr kraftvollen Wurfes. Beim Skidaumen ist das Innenband des Daumengrundgelenks betroffen, das an der Innenseite vom Ende des Mittelhandknochens aus über das Gelenk zieht und am Grundglied des Daumens ansetzt.

Symptome

Der Riss (Ruptur) oder die Überdehnung des Bandes verursacht starke, einschießende Schmerzen und eine Schwellung im betroffenen Bereich, meist auch einen Bluterguss. Der Daumen – vor allem sein Grundgelenk – wird druckschmerzhaft und das Greifen unmöglich. Zudem wird der Daumen überbeweglich: Das Grundgelenk lässt sich bei der Untersuchung „aufklappen“, also weit über sein normales Bewegungsausmaß hinweg abspreizen.

Diagnose

Bei der Röntgenaufnahme lassen sich knöcherne Bandausrisse oder begleitende Brüche (Frakturen) erkennen. Weichteile wie die Bänder werden jedoch nicht dargestellt. Magnetresonanztomographie-Aufnahmen oder hochauflösende Ultraschallbilder hingegen lassen erkennen, ob und inwieweit Bänder und Gelenkkapsel in Mitleidenschaft gezogen wurden.

Konservative Behandlung

Diese Behandlung zielt vor allem darauf ab, das Band – und damit die optimale Führung des Gelenks und die Greiffunktion der Hand – wiederherzustellen. Dazu wird der Daumen mithilfe einer Gipsschiene oder einer Orthese zunächst ruhig gestellt. Bei einem Teilriss oder einer Überdehnung des Bandes reicht diese Schonung (meist drei bis vier Wochen) aus. 

#DREOTipp

Eine anschließende physiotherapeutische Behandlung dient dazu, den durch die Ruhigstellung verursachten Verlust von Kraft, Geschicklichkeit und Beweglichkeit wieder rückgängig zu machen und die Hand für die Anforderungen des Alltags zu trainieren.

Operative Behandlung 

Bei einer kompletten Ruptur ist eine Operation notwendig, um die Enden des betroffenen Bandes wieder miteinander zu verbinden. Dies sollte möglichst schnell geschehen. Auch knöcherne Bandausrisse oder die sogenannte Stener-Läsion – eine Einklemmung des abgerissenen Bandes unter einer benachbarten Sehnenplatte – machen eine Operation zwingend notwendig. Meist reißt das Band unmittelbar am Knochen ab, sodass es nicht genäht werden kann. Stattdessen wird es mit einem sogenannten Knochenanker aus bioverträglichem Material an der Abrissstelle befestigt. Seltener reißt das Innenband mittig; dann lässt es sich mit einer einfachen Bandnaht versorgen.

Nach der Operation folgt eine mehrwöchige Ruhigstellungsphase im Daumengips. Nach etwa fünf bis sechs Wochen wird der Gips abgenommen und durch eine Orthese ersetzt, die die physiotherapeutische oder ergotherapeutische Nachbehandlung erleichtert. Acht bis zehn Wochen nach der Operation ist das Innenband in der Regel wieder voll belastbar. 

Wie die Beugesehen werden auch Strecksehnen häufig bei Unfällen mit scharfen Gegenständen verletzt, können aber auch spontan reißen oder bei Radiusfrakturen (Brüche des Speichenknochens) in Mitleidenschaft gezogen werden. 

Bei Strecksehnenverletzungen im Bereich des Endgelenkes kann dieses aktiv nicht mehr gestreckt werden. Als Ursachen kommen offene und geschlossene Verletzungen in Frage.

Symptome

Das Endglied bleibt selbst bei Streckung in einer Beugestellung und kann nicht mehr aktiv gestreckt werden. Bei geschlossenen Verletzungen können sowohl Druckschmerz, als auch Schwellung und/oder Bluterguß auftreten.

Diagnose

Das Ausmaß der Verletzung kann vom Arzt mittels Röntgenbild festgestellt werden. Ein operativer Eingriff ist nur dann notwendig, wenn der abgerissene Knochen eher groß und stark verschoben ist. In diesem Fall bleibt die Streckfähigkeit des verletzten Fingers möglicherweise dauerhaft verringert. Kann der Finger aber passiv vom Arzt gestreckt werden, ist das Gelenk nicht betroffen. Dies ist ein wichtiger Aspekt in der Diagnose und die Therapiemethode hängt davon ab.

Konservative Therapie

Der Riss der Sehne kann mit einer einfachen Kunststoffschiene (“Stack’sche Schiene“) erfolgreich behandelt werden. Diese hält das Fingerendglied für eine Dauer von mindestens 8 Wochen, je nach Ausmaß der ursprünglichen Beugestellung, ununterbrochen in einer gestreckten Position. Zur Hautpflege kann die Schiene zwar kurzzeitig abgenommen werden; in dieser Zeit muss das Endgelenk in einer gestreckten Position abgestützt werden so das die Streckstellung lückenlos aufrechterhalten wird.

Nach 8 Wochen wird die Schiene zunächst anfangs ca. halbstündlich mehrfach tagsüber abgenommen und wird nachts noch weiter getragen. Es wird darauf geachtet, dass die aktive Streckung des Endgelenks vollständig immer möglich ist. Kommt es wieder zur einer auch nur geringen Beugestellung, so muss die Schiene unmittelbar wieder angelegt und getragen werden. Dies wird mehrmals täglich, später über zunehmende Zeitspannen wiederholt. Das ganz allmähliche “Abtrainieren” kann sich über einige Wochen hinziehen und ist für den Behandlungserfolg von entscheidender Bedeutung.

Operative Therapie

Eine Operation mit einer Naht der Sehne erfordert eine zusätzliche Drahtfixation des Endgelenks und ergibt meist schlechte Ergebnisse. Nach einer operativen Naht der abgerissenen Sehne muss eine verminderte Beuge- und auch Streckfähigkeit des Endgelenks befürchtet werden.

Eine Arthrose ist ein Gelenkverschleiß, der wie an anderen Gelenken des Körpers (z.B. Hüftgelenk) auch an den Fingergelenken in Erscheinung treten kann. Er tritt meist beim älteren Menschen an vielen Stellen im Körper auf. Meist handelt es sich um einen natürlichen Verschleiß; manchmal tritt er auch nach Unfällen mit Gelenkbeteiligung auf. Am Finger sind hauptsächlich die Fingerend- und -mittelgelenke betroffen (Heberden- bzw. Bouchardarthrosen). Nach Unfällen kann es auch zum frühzeitigen Verschleiß des Grundgelenkes kommen.

Symptome

Schmerzen im Bereich der Gelenke in Ruhe und bei Belastung sowie zu Schwellneigung. Am betroffenen Gelenk bilden sich knöcherne Ausziehungen. Streckseitig über dem Endgelenk können sich Mukoidzysten bilden als Ausdruck der Arthrose, die durch den Druck auch Eindellungen im Nagel verursachen können. Gelegentlich kommt es auch zu einer Verkrümmung des Fingers. Lange Zeit sind die Schmerzen wenig störend, nehmen mit zunehmendem Verschleiß jedoch zu, so dass Schmerzmedikamente keine Linderung mehr bringen. Eine Besserung durch Schonung oder Ruhigstellung ist auf Dauer nicht erfolgversprechend.

Diagnose

Bei schmerzhaften, geschwollenen Gelenken muss generell auch an rheumatische Erkrankungen, Gicht, eine eitrige Infektion, Verletzungen der Gelenkweichteile (Bänder, Kapsel) und an allgemeine Erkrankungen wie eine Borrelien-, Yersinien- oder Tuberkuloseinfektion gedacht werden. In seltenen Fällen könnte es sich auch um einen Tumor handeln.

Behandlung??? symptomatisch sprich medikamentös oder Gelenkersatz am Mittelgelenk und Versteifung des Endgelenks in sogenannter Funktionsstellung  

Hiermit ist ein fortschreitender Zerfall der Knochenbälkchen im Os Lunatum (auch Mondbein genannt) gemeint. Bei der Lunatumnekrose handelt es sich um eine Durchblutungsstörung des Knochens, die zu einem Zerfall des Mondbeines führen kann. Andere Bezeichnungen für die Erkrankung sind Lunatummalazie und Kienböcksche Erkrankung. Die Lunatumnekrose tritt am häufigsten zwischen einem Alter von 20 – 40 Jahren auf. Männer sind doppelt so häufig wie Frauen betroffen.


Ursache der Erkrankung
Die Ursachen der Durchblutungsstörung sind unbekannt. Häufig findet sich eine im Verhältnis zur Speiche verkürzte Elle. In seltenen Fällen können häufige Erschütterungen wie das langjährige Arbeiten mit einem Presslufthammer der Auslöser sein.
Die Art der Behandlung richtet sich nach dem Ausmaß der Erkrankung. Der Verlauf der Krankheit lässt sich in mehrere Stadien gliedern, die jeweils mit unterschiedlichen Symptomen einhergehen. Zu Beginn der Erkrankung verläuft diese oft ohne Schmerz oder andere Symptome. Ab dem Stadium II bestehen Schmerzen im Handgelenk bei Belastung, aber auch spontan und im Ruhezustand. Mit fortschreitender Erkrankung werden die Schmerzen stärker und die Beweglichkeit im Handgelenk mehr und mehr eingeschränkt. Nach Zerfall des Mondbeins im Spätstadium kann der „karpale Kollaps“ eine Folge sein: Der an das Mondbein angrenzende gesunde Handwurzelknochen verschiebt sich und kann zu einer Einsteifung des Handgelenks führen.

Diagnose
Außer einer gezielten Untersuchung ist eine Röntgenaufnahme in zwei Ebenen und ein Kernspintogramm zur genauen Diagnosestellung erforderlich. Auch im Diagnoseverfahren muss darauf geachtet werden, dass die Erkrankung verschiedene Stadien durchläuft. So gilt für die Diagnose in den unterschiedlichen Stadien (nach Lichtmann):
Stadium I: Nur im Kernspintogramm aufgrund der dann sichtbaren Ödembildung diagnostizierbar
Stadium II: Im Röntgenbild ist eine höhere Dichte des Knochens zu erkennen, evtl. zeigen sich auch erste Frakturlinien. Im Kernspintogramm sieht man eine inhomogene fleckige Zeichnung.
Stadium III a: Per Röntgenaufnahme lässt sich der Zerfall des Knochens in mehrere Teile erkennen. Das Kernspintogramm gibt Aufschluss darüber, ob der Knochen noch vital ist.
Stadium III b: Die Fragmente des Knochens sinken in sich zusammen („karpaler Kollaps“).
Stadium IV: Im Röntgenbild zeigt sich eine Deformität auch der übrigen Handwurzelknochen.

Therapie
Ziel der Behandlung ist es, die Krankheit möglichst früh zum Stillstand zu bringen, was bis zum Stadium III gut möglich ist.
Im Stadium I und II wird eine Arthroskopie vorgenommen, um die Gelenkfläche der Speiche und des benachbarten Kahnbeins zu beurteilen, die im weiteren Verlauf wichtig sein können. Aus dem verlängerten Areal des Knochens wird eine Zylinderstanze (1 mm Durchmesser, 5 bis 8 mm lang) entnommen und zur feingeweblichen Untersuchung eingeschickt. Die Entnahme der Zylinderstanze ist gleichzeitig schon die Therapie: Als Trepanation entlastet sie den Knochen, der sich ähnlich wie beim Knochenbruch wieder aufbauen kann.
Im fortgeschrittenen Stadium kommt die Auffüllung des Handwurzelknochens mit Knochenmaterial (Spongiosa) aus dem Beckenkamm zur Anwendung. Eventuell ist die Transposition des entknorpelten und gefäßgestielten Os Pisiforme (Erbsenbein) erforderlich, um Durchblutung in das Mondbein zu bringen.
Im Falle einer Ulnaminusvariante (der anlagebedingten Ellenverkürzung) und der daraus folgenden Mondbeinnekrose kann die Verlängerung der Elle oder die Verkürzung der Speiche nötig sein. Zusätzlich kann eine Handgelenks-Denervation erfolgen, bei der gezielt bestimmte schmerzleitende Nervenfasern unterbrochen werden.
Kommt die Erkrankung nicht zum Stillstand, wird bei noch erhaltener äußerer Form des Knochens eine Teilversteifung von drei Handwurzelknochen vorgenommen. Damit schafft man eine tragfähige Säule, die das Mondbein entlastet (STT-Arthrodese nach Watson).

Im Endzustand, wenn schon eine ausgeprägte arthrotische Zerstörung des Handgelenks vorliegt und eine Denervation nicht ausreichend vom den Schmerzen befreit hat, kann die Versteifung des Handgelenks erforderlich werden.

Nachbehandlung
Nach der Zylinderstanze im ersten Stadium wird das Handgelenk für eine Woche in einer Unterarm-Gipsschiene ruhiggestellt.
Nach den oben geschilderten Operationen im Stadium II wird die Hand für vier Wochen ruhiggestellt; in Stadium III – abhängig von der Operationsart – vier bis sechs Wochen; im Stadium IV vier Wochen.
Nach dieser Ruhephase wird mit der krankengymnastisch begleiteten Bewegungstherapie begonnen. Eine volle Belastung der Hand kann erst wieder garantiert werden, wenn die knöcherne Durchbauung gesichert ist.
SL-Bandruptur (Riss des Handgelenk-Bandes zwischen Kahnbein und Mondbein / Ruptur des SkaphoLunären Bandes / SL-Dissoziation)

Das Handgelenk ist eine Funktionseinheit aus Speiche, Elle und den 8 Handwurzelknochen. Die Handwurzelknochen sind untereinander von wichtigen Bändern zusammengehalten. Der Speiche schließen sich direkt das Kahnbein (Skaphoid) und das Mondbein (Lunatum) an. Diese sind für eine reibungslose Beweglichkeit des Handgelenks äußerst wichtig. Stabilisiert werden sie durch ein kräftiges Band. Das sogenannte SL-Band. S steht für den Fachausdruck Skaphoid (für Kahnbein) und L für Lunatum (für Mondbein).

Ursache der Erkrankung
Durch einen Sturz oder eine gewaltsame Verdrehung des Handgelenkes kann das SL-Band reißen.

Diagnose
Der SL-Bandriss lässt sich leider nicht wie ein Knochenbruch auf einem Röntgenbild feststellen. Häufig sind noch zusätzliche Röntgen-Spezialaufnahmen, sogenannte Belastungsaufnahmen, eine Kernspin-Untersuchung ( MRT ) oder eine Arthroskopie des Handgelenkes erforderlich.
Denn zu einem Auseinanderweichen von Kahnbein und Mondbein kommt es häufig nicht sofort nach der Verletzung, sondern erst von Wochen oder sogar Monate später. Wenn SL-Band komplett gerissen ist und auch noch weitere Haltebänder der Handwurzel zusätzlich gerissen sind, kann man bereits auf den normalen Röntgenaufnahmen einen weiten Abstand zwischen Kahnbein und Mondbein feststellen.

Ein gerissenes SL-Band bedeutet für das Handgelenk einen empfindlichen Stabilitätsverlust. Es kann dadurch zu belastungsabhängigen Schmerzen, zu einem Kraftverlust und zu einem unangenehmen Gelenkschnappen kommen. Langfristig muss mit einem vermehrten Knorpelabrieb und damit mit einer vorzeitigen Arthrose gerechnet werden.

Wichtig: Eine Selbst-Heilung des SL-Bandes ist lediglich bei Teil-Einrissen möglich. Eine entsprechende Ruhigstellung über mehrere Wochen ist dann hielfrich.

Bei einem Komplett-Riss sollte eine Operation durchgeführt werden.

Operative Behandlungsmethode
Meist wird zu Beginn der Operation eine Handgelenk-Spiegelung durchgeführt, um die Bandruptur zu bestätigen und um evlt. nach Begleitverletzung zu suchen. Mithilfe von 2 schräg eingebrachten Drähten (1,4 mm dick) werden das Kahnbein und Mondbein wieder zusammengefügt. Das meist direkt am Kahnbein abgerissene Band wird genäht, indem hier 1 bis 2 Knochenanker eingedreht werden. Diese Knochenanker sind mit Fäden ausgestattet, mit denen das noch am Mondbein hängende Band durchflochten und genäht wird.

Eine anatomisch korrekte Bandheilung ist in den ersten 6 Wochen nach der Verletzung möglich, bedingt noch bis zur 12. Woche. Die Arthroskopie des Handgelenkes liefert häufig erst die exakte Diagnose: Mit dem Tasthaken wird bei der Arthroskopie des Handgelenkes die Stabilität zwischen den Handwurzelknochen überprüft. Eindeutig ist die SL-Bandinstabilität, wenn der Spalt zwischen Kahnbein und Mondbein mit der Optik vollständig durchquert werden kann.
Häufig zeigen sich hierbei auch bereits ältere Gelenkschädigungen im Bereich des Gelenkknorpels, so dass wiederherstellende Maßnahmen nicht mehr in Frage kommen.

Nachbehandlung
Nach der Operation folgen 2 Wochen Gipsschiene, dann Entfernung der Hautfäden, dann Anpassung eines geschlossenen Unterarmgipses (Finger bleiben immer frei beweglich). 8 Wochen nach der Operation Gipsabnahme und Entfernung der Drähte in Armbetäubung. Es folgt die Ergotherapie zur Wiederherstellung der Beweglichkeit im Handgelenk. Der Gesamtbehandlungszeitraum beträgt ca. 3 Monate.

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