“Rund 350 000 Leistenbruchoperationen werden in Deutschland jährlich durchgeführt.”

— Dr. med. univ. Hans-Joachim Eberhard

Bauchwandbrüche

Ein Bruch, medizinisch Hernie genannt, ist eine Ausstülpung des Bauchfells durch eine Lücke in der Bauchwand. Das Bauchfell kleidet die Bauchhöhle aus. Bei einem Leistenbruch erscheint in der Leiste eine Vorwölbung, die meist schmerzfrei ist, sich zurückdrücken lässt und die im Liegen verschwindet.

Die Bauchwand besteht aus mehreren Schichten von Faszien – bindegewebige Hüllen um Muskeln und Muskelgruppen – sowie Muskeln und hat vorgeformte Lücken. Im Leistenkanal etwa, der die Bauchwand schräg durchbricht, verlaufen bei Frauen das runde Mutterband, bei Männern der Samenstrang. An dieser Durchtrittsstelle entstehen besonders häufig Brüche.

Bauchwandbrüche treten gehäuft nach chirurgischen Eingriffen auf, bei denen große Bauchschnitte im Bereich der Mittellinie erforderlich waren. Rund 10 Prozent der Patienten sind davon betroffen. Durch Druck auf die Bauchwand, können in Folge Lücken, Bruchpforten genannt, in der Narbe entstehen.

Bauchwandbrüche können auch ohne Voroperationen an der Bauchwand an bestimmten, anatomisch bedingten, Regionen auftreten wie z.B. in der Oberbauchmitte und am Bauchnabel.

Patienten mit einem Bauchwandbruch müssen operiert werden:

  1. Bruchpforte kleiner als 4 cm : Hier rafft und vernäht der Chirurg die Faszien, also die festen Bauchwandanteile.
  2. Bruchpforte größer als 4 cm : Bei komplizierten und größeren Brüchen wird die Bauchdecke durch ein Kunststoffnetz aus Polypropylen verstärkt.

Rund 50 000 dieser Operationen werden in Deutschland jährlich durchgeführt.

Leistenbrüche

Bei Männern treten Leistenbrüche 13-mal häufiger auf als bei Frauen. Dies ist anatomisch bedingt: Während der Embryonalentwicklung des Mannes, wandert der Hoden, der zunächst in der Bauchhöhle liegt, durch die vordere Bauchwand in den Hodensack.

Beim Leistenbruch zwängen Dünndarmschlingen das Bauchfell durch Schwachstellen in der Muskulatur im Leistenbereich. Bei Männern eventuell bis in den Hodensack, bei Frauen bis in die Scheide.

Im Laufe des Lebens kann sich der Leistenkanal erweitern und so zu einer Schwachstelle in der Bauchwanddecke werden.

  1. Indirekter Leistenbruch: Hier stülpt sich das Bauchfell mit seinem Inhalt, zum Beispiel dem Darm, in den vorgeformten und erweiterten Leistenkanal aus. Da Samenstrang und Bruch unmittelbar aneinanderliegen, können eventuell Vernarbungen auftreten. Ist dies der Fall, besteht bei der Operation die Gefahr, dass der Samenstrang verletzt wird.
  2. Direkter Leistenbruch: Hier durchdringt der Bruch die Bauchwand direkt am Ausgang des Leistenkanals, ohne einen Umweg über den Leistenkanal zu machen.
  3. Schenkelbruch: Dieser Bruch benutzt den so genannten Schenkelkanal, also die Stelle, an der Arterien und Venen aus dem Becken in den Oberschenkel eintreten

Rund 350 000 Leistenbruchoperationen werden in Deutschland jährlich durchgeführt.

Therapie
Heute unterscheidet man drei Behandlungstechniken. Die beiden herkömmlichen Verfahren sind:

  • Konventionelle Hernioplastik nach Shouldice
  • Anteriore Reparation mit Netzimplantation nach Lichtenstein

Bei diesen nicht minimal-invasiven Verfahren macht der Chirurg in der Leiste einen etwa 10 bis 15 cm langen Schnitt. Da die Bruchpforte in der tiefsten Bauchwandschicht liegt, muss die äußere Bauchwand durchtrennt und später wieder vernäht werden. Damit die relativ große Narbe gut heilt und um einen erneuten Bruch zu verhindern, muss sich der Patient nach der Operation zwei bis drei Monate lang körperlich schonen. Das Risiko für einen erneuten Bruch liegt bei bis zu zehn Prozent.

Die neue und überwiegend praktizierte Methode ist folgende:

  • Laparoskopische Hernioplastik mit Netzimplantation nach der TAPP-Technik

Bei der laparoskopischen Hernienchirurgie werden die Bruchlücken beim Leistenbruch als auch beim Bauchwand- Narbenbruch mit speziell dafür entwickelte Netzen abgedeckt um eine Einklemmung von z.B. Darmabschnitte zu vermeiden.Dadurch wird eine dauerhafte und sichere Abdeckung gewährleistet.
Unser erfahrenes chirurgisches Team führt diese schonende Technik durch und wird in den Operationssälen von modernster Technik unterstützt.

Sie bietet folgende wesentliche Vorteile:

  • Geringere Rezidivrate (unter 1%)
  • Besserer Patientencomfort mit weniger Schmerz und schnellerer Belastbarkeit

Spezialisierung von:

  • Dr. med. univ. Eberhard, Facharzt für allgm. Unfallchirurgie, spezielle Unfallchirurgie und Orthopädie.

    Dr. med. univ. Hans Joachim Eberhard

    30 Jahre Berufserfahrung

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