“Bei mehr als 90% der über 65-jährigen und bei knapp einem Viertel der 34-Jährigen ist Arthrose nachzuweisen.“

— Dr. med. univ. Hans-Joachim Eberhard

Behandlung

Bei der Arthrose handelt es sich um eine chronische Gelenkserkrankung, die durch einen fortschreitenden Gelenksknorpelverlust gekennzeichnet ist. Sie lässt sich bei mehr als 90% der über 65-jährigen und bei knapp einem Viertel der 34- Jährigen nachweisen.

Der Verschleiß des Gelenksknorpels bleibt häufig unbemerkt, da der Verlust des Knorpels erst im Endstadium Schmerzen verursacht. Das Ausmaß des Knorpelschadens bestimmt die Art der anzuwendenden Therapie.

Knorpelschaden Klassifikation:

  • Stadium I :
    Knorpelerweichung, Oberfläche intakt
  • Stadium II:
    Oberflächlicher Knorpelschaden mit Einrisse
  • Stadium III:
    Tiefergehender Knorpelschaden
  • Stadium IV:
    Knochenglatze, d.h. der Knorpel ist bis zum Knochen abgenutzt, der Knochen liegt frei

Funktion eines Gelenks:

Ein Gelenk stellt die bewegliche Verbindung zweier benachbarter Knochen dar. Damit natürliche Gelenksverbindungen sich verschleißfrei gegeneinander bewegen können, sind die Gelenksverbindungen mit einer reibungsarmen Knorpelschicht überzogen. Die Knorpeldicke beträgt an den großen Gelenken 3-4mm. Der Gelenksknorpel wird durch eine Gelenksflüssigkeit umgeben, welche die Reibung weiter herabsetzt.
 

Spezialisierung von:

  • Dr. med. univ. Hans-Joachim Eberhard, Facharzt für Unfallchirurgie, spezielle Unfallchirurgie und Orthopädie

    Dr. med. univ. Hans Joachim Eberhard

    30 Jahre Berufserfahrung
  • Dr. med. Manuel Olivieri, Facharzt für Unfallchirurgie, spezielle Unfallchirurgie und Orthopädie

    Dr. med. univ. Hans Joachim Eberhard

    30 Jahre Berufserfahrung

Arthrose vorbeugen

Symptome der Gelenksarthrose:

Gelenkschmerzen bzw. Anlaufschmerzen im betroffenen Gelenk, die nach einigen Schritten sich zurückbilden bzw. „weg sind“, sind charakteristisch für den Beginn einer Arthrose. Gerade Morgens beim Aufstehen oder nach längerem Sitzen kommt es zu diesen sogenannten Anlaufschmerzen. Im weiteren Verlauf treten Schmerzen nach Belastung auf wie z.B. beim Tragen von schweren Lasten, nach kniender oder in Hockstellung ausgeübten Tätigkeiten. Die schmerzfreie Gehstrecke verkürzt sich, sodass der Einsatz von Gehilfen und eine medikamentöse Schmerztherapie erforderlich wird.
Bei fortgeschrittener Arthrose kommt es zur Entzündung der Gelenksschleimhaut. Auch bei der Arthrose im Fuß. Folge davon ist eine Überwärmung, Schwellung und die Ausbildung eines Reizergusses. Dieser verursacht eine Spannung der Gelenkskapsel. Dieses Stadium wird als aktivierte Arthrose bezeichnet.
Weitere Symptome der Arthrose sind Gelenksgeräusche wie ein hörbares Reiben. Im weiteren Verlauf kommt es durch die zunehmende Knorpelabnutzung zu Gelenksfehlstellungen, welche eine weitere Abnutzung des Gelenksknorpels beschleunigen.
 

Welche Gelenke sind betroffen?:

Eine Arthrose kann durch mechanische Einwirkungen ( z.B. Unfall, Fehlstellungen der Gelenke, Überbelastung durch Übergewicht) oder durch biomechanische Störungen wie Stoffwechselerkrankungen, Rheuma, Gicht oder Verkalkungen verursacht werden. Gerade ein Normalgewicht ist unglaublich wichtig um Arthrose vorzubeugen.

Arthrosebehandlung:

Die Arthrosebehandlung richtet sich nach dem Stadium des Knorpelverschleißes.
Es gibt zwei Gruppen der Arthrosebehandlung: Die konservative und die operative Behandlung.

Konservative Behandlung (gegen die Gelenkschmerzen):

  • Bewegung wie Radfahren (ohne große Belastung)
  • Bei Übergewicht: Gewichtsreduktion
  • Bei schmerzhaften Entzündungen Einnahme von NSAR, z.B. Ibuprofen
  • Einnahme von Nahrungsergänzungsmittel mit Hyaluron und Glucosamine zur Verbesserung der Ernährung des Gelenksknorpel und zur Entzündungshemmung
  • Spritzen (intrartikuläre Injektionen) mit Hyaluronsäure in das Gelenk
  • Eigenblutbehandlung siehe ACP-Therapie
  • Eventuell Korrektur der Fehlstellung der Füße bei Platt-Spreiz-Knickfußbildung mittels sensomotorischen Einlagen

Operative Therapie:

Kniegelenksspiegelung = Arthroskopie:
Ausspülung des Knorpelabriebes, Entfernung von freien Gelenkskörpern (abgelöste Knorpelanteile), Meniskussanierung, teilweise Entfernung der Gelenksschleimhaut bei bestehender Synovialitis (Gelenksschleimhautentzündung).
Bei Arthrose im Gleitlager der Kniescheibe: Implantation eines Gleitlager-Ersatzes.
Bei fortgeschrittenem Stadium der Arthrose in einem umschriebenen Gebiet: Implantation einer unikondylären halbseitigen Schlittenprothese
Bei Arthrose, die das ganze Gelenk betrifft : Implantation einer doppelseitigen (bikondylären) Schlittenprothese.
Bei Pangonarthrose = komplette Zerstörung des Gelenkes mit Verlust der Funktion der Seitenbänder: Implantation eines gekoppelten Knieprothes.

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