Bei dem Wort Bruch gehen bei den meisten Menschen sofort die Alarmglocken an. Ist auch ein sehr natürlicher Gedanke, da ein Bruch meistens eingegipst werden muss, sprich der Gang zum Arzt ist notwendig und außerdem ist man einen längeren Zeitraum in seinem Alltag eingeschränkt.

Wäre es nicht toll, wenn wir einfach einen Zaubertrank trinken könnten und „Simsalabim“ alle Knochen wachsen sofort wieder zusammen? Das entspricht leider nicht der Realität.

Vor allem gibt es auch Brüche, welche in uns stattfinden und da sprechen wir jetzt nicht von einem gebrochenen Herzen 😉, sondern vom Bauchwandbruch.

Wie entsteht ein Bauchwandbruch?

Wenn die Bauchwand dem Druck aus dem Bauchinneren nicht mehr standhalten kann, dann bricht diese: Es bildet sich in der normalerweisen festen und stabilen Bauchwand eine kleine „Lücke“, wodurch neben Bauchfell oder Bauchfett auch Teile vom Darm oder vom Magen nach außen hervortreten können.

Theoretischer Weise kann der Bruch in der Bauchwand an jeder Stelle auftreten. Doch auch hier unterscheidet sich die Theorie stark von der Praxis. Der Bruch entsteht immer da, wo die Bauchwand am schwächsten ist. Hernien kommen vor allem

  • in der Leistenregion (Leistenbruch),
  • am Bauchnabel (Nabelbruch),
  • in der Oberbauchmitte
  • an den Narben nach Bauchoperationen

vor.

Ist der Bauchwandbruch wirklich so schlimm?

Im ersten Moment hört sich die ganze Thematik ziemlich schlimm an – und in der Tat: Ganz ungefährlich ist eine sogenannte Hernie (medizinischer Begriff für den Bruch) nicht.

Im aller schlimmsten Fall kann es passieren, dass durch den Bauchwandbruch Teile des Darms aus dem Bauch „herausrutschen“ und von der Blutzufuhr abgeklemmt werden. Dann ist eine sofortige Operation notwendig.

So ein Bauchwandbruch verursacht allerdings nicht unbedingt gleich Schmerzen. Teilweise entdecken Patienten die sogenannte Hernie zufällig, wenn sie am Bauch oder in der Leistengegend auf einmal eine kleine Vorwölbung ertasten oder sehen. Ja, so eine Vorwölbung sorgt nicht gleich für Beschwerden! Ob Beschwerden auftauchen oder nicht, hängt davon ab, wo der Bruch entstanden und wie groß er ist.

Wie entsteht denn ein Bauchwandbruch?

Ein Bauchwandbruch kann entweder angeboren oder im Laufe des Lebens erworben sein. Hier gibt es einige Faktoren, die eine Hernie begünstigen – zum Beispiel

  • ein schwaches Bindegewebe,
  • schwache Bauchmuskeln,
  • chronischer Husten
  • Übergewicht
  • oder häufiges Heben schwerer Gegenstände.

Was sind die Symptome?

Die Symptome sind meistens chronische Druckbeschwerden am Oberbauch, die beim Aufrichten, Niesen oder beim Stuhlgang zunehmen können. Ein plötzliches auftreten von Schmerzen in der Hernienregion deuten auf eine Einklemmung von Bauchorganen im Bruchsack hin.

Hernien können aber genauso gut auch

  • Schmerzen,
  • Brennen,
  • Druckgefühle
  • und ein Ziehen

verursachen – vor allem bei Belastung.

Ein Leistenbruch (Leistenhernie, Hernia inguinalis) entsteht, wenn Schichten der Bauchwand den Leistenkanal durchbrechen. Die vordere Bauchwand „bricht“ somit in der Leistengegend, der sogenannte Leistenkanal. Diese röhrenförmige Verbindung zwischen der Bauchhöhle und der äußeren Schamregion zieht schräg von hinten nach vorne. In diesem Kanal verlaufen Blut- und Lymphgefäße sowie der Samenstrang beim Mann und eines der Mutterbänder bei der Frau. Durch diese Stelle wölben sich dann Bauchorgane – wie zum Beispiel Teile des Darms – im Bereich der Leiste vor (sog. Bruchinhalt). Diese Bauchorgane sind immer noch im Bauchfell eingeschlossen, sodass sie sich sackartig durch die Lücke in der Bauchwand ausstülpen (sog. Bruchsack).

Dadurch entsteht eine Schwellung in der Leistengegend. Auf der betroffenen Seite kommt es eventuell zu leichten Leistenschmerzen, die sich bei Druck, beim Heben schwerer Lasten und beim Stuhlgang verstärken.

Muss ein Bauchwandbruch immer operiert werden?

Zunächst gilt: Gehen Sie bei Verdacht auf einen Leistenbruch oder Bauchwandbruch zügig zum Arzt. Erster Ansprechpartner kann der Hausarzt bzw. Kinderarzt sein. Behandelt wird eine Leistenhernie dann aber meist von spezialisierten Chirurgen.

Eine Operation erfolgt nicht unbedingt, wenn der Bauchwandbruch keinerlei Beschwerden verursacht und das Risiko für Komplikationen gering ist.

Achtung: Bei allen hier beschriebenen Brüchen gilt – sind Eingeweide eingeklemmt, muss sofort operiert werden!

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